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Ohne MENTOR wäre Lübeck ärmer!

Ohne MENTOR wäre Lübeck ärmer!

Die Leselernhelfer begehen ihr zehnjähriges Bestehen

Mit einer schwungvollen Veranstaltung feierten rund 150 Mentorinnen und Mentoren ihr zehnjähriges Bestehen in der herbstlich-festlich geschmückten Halle von Gut Mönkhof im Hochschulstadtteil. Gekommen waren auch die Bundesvorsitzende , Margaret Schaaf, sowie die Schirmherrin des Lübecker MENTOR-Vereins, Renate Menken. Zum abwechslungsreichen Programm während der Kaffeestunde gehörten Grußworte und köstliche „bilinguale“, d. h. plattdeutsche Präsentationen von Mitgliedern der Niederdeutschen Bühne Lübeck, außerdem heiße Rhythmen der Big Band der OzD unter Leitung von Michael Hantke.
Aus den Worten der Vorsitzenden der Lübecker Leselernhelfer, Jutta Kähler, die die Festgesellschaft, die Förderer und die Gäste aus Nah und Fern begrüßte, klangen Freude und Stolz über das in zehn Jahren Erreichte. An allen Grund- und vielen Gemeinschafts-Schulen in Lübeck leisten die Mentorinnen und Mentoren ehrenamtliche Arbeit, die aus einer im allgemeinen Schulbetrieb sonst nicht zu leistende individuellen Sprach-und Leseförderung besteht. Das zugrunde liegende Prinzip ist unschlagbar und alternativlos erfolgreich: Einmal eine Stunde in der Woche treffen sich Mentor/in und das zu fördernde „Lesekind“ in der Schule- vor oder nach dem Unterricht. Und dann wird mit miteinander geredet, gelesen und gespielt, damit sich die Kinder „zunehmend sicherer fühlen können“. Sie gewinnen Zugang zur Phantasiewelt der Bücher und zur realen, sie umgebenden Welt. Durch das Lesen erschließt sich bessere Selbstorientierung. Die Lesekompetenz gilt deshalb als zentrale Schlüsselqualifikation für die soziale Teilhabe und die Basis für eine erfolgreiche Schul- und Berufskarriere. Mentorinnen und Mentoren sind die „guten Geister“, die ihren „Lesekindern“ die „Schatztruhen“ der Bücherwelten zu öffnen und so den Wissenshorizont der Kinder zu erweitern helfen. In diesem Sinne sind Bücher – so Jutta Kähler – „Lebens-Mittel“.

Vorbild für gelingende Integration
Die Bundesvorsitzende Margret Schaaf gratulierte den Lübeckern zu ihrer zehnjährigen außerordentlich aktiven und erfolgreichen Mentorenarbeit. Das werde auf Bundesebene sehr genau registriert, Anregungen aus Lübeck seien willkommen für den Austausch unter den vielen MENTOR-Vereinen in der Bundesrepublik. In ihrem kurzen Grußwort konnte Frau Schaaf auf eine beachtliche Bilanz verweisen:
Derzeit werden durch rund 11.000 ehrenamtlich aktive Mitglieder ca. 14.000 Schülerinnen und Schüler gefördert. Die Arbeit würde gesellschaftlich sehr anerkannt und z. B. von ALDI SÜD durch die Übernahme von Druckkosten für neue Lesematerialien wirkungsvoll unterstützt. Die neuen Lesematerialien kämen allen MENTOR-Vereinen zugute.
Eine Unterstützung durch die Öffentlichkeit sei die Grundvoraussetzung für die Arbeit von MENTOR, insbesondere auch für die langfristige Zielsetzung einer „gelingenden Integration“ von Kindern aus unterschiedlichen Kulturkreisen.
Die gesellschaftlich bedeutsame Arbeit des Lübecker MENTOR-Vereins erfreut sich sich auf lokaler Ebene auch seit Jahren immer wieder besonderer Unterstützung z. B. durch Unternehmen, Service-Clubs und durch den Verein Lübecker Presse. Ein Teil des Erlöses des alljährlichen Presseballs kommt MENTOR zugute. Dafür sorgt Claudia Winter, Geschäftsführerin des Pressevereins. Zum zehnjährigen Jubiläum hatten sich Präses Wolfgang Schierenbeck und Claudia Winter etwas Besonderes ausgedacht, „weil Helfen Freude macht“. Als beide das Tuch von der angeblichen „Jubiläumstorte“ zogen, kam ein Berg Festschriften zum Vorschein, deren Druck vom Verein Lübecker Presse gesponsert war und die den Anwesenden nun geschenkt wurden. Präses Schierenbeck gratulierte mit den Worten, die die Festgesellschaft mit Genugtuung vernahm: „Ohne MENTOR wäre Lübeck ärmer!“
Geehrt wurden für ihre Aufbau-Verdienste die Gründungsmitglieder Sibylle Clodius (1. Vorsitzende bis 2012), Barbara Zellweger und Sabine Stadtlander. Eine besondere Würdigung erfuhr als junger Mentor Johannes Cruse.
Barbara Rauert, unter deren Vorsitz bis 2014 die erfolgreiche Konsolidierung des Vereins stattfand, hatte aus der Ferne dem Verein die besten Wünsche für eine gute Zukunft übermittelt.

Von Hagen Scheffler
erschienen in den Lübeckschen Blättern der Gemeinnützigen 11/ 2016

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